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Linux
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Server
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von Dr. Gregor Lotz
1. Einleitung
Alle reden über Linux. Es kursieren die tollsten Gerüchte über dieses Betriebsystem aber so richtig scheint sich niemand mit diesem System im
Bereich der Zahnarztsoftware auszukennen bzw. das grosse Potential nutzen zu wollen. Es sind zwar einige Depots dabei auf diesen Zug aufzuspringen aber die
Angebote aus dieser Richtung sind leider nicht sehr erbauend. Dies gilt auch für die Softwarehäuser, die uns ihre Software verkaufen und die Netze einrichten.
Hier wird wirklich gegen besseres Wissen gehandelt, denn erstens ist den Anbietern bekannt, dass Linux ca. 30% leistungsfähiger ist im Einsatz als Netzserver und sicher hieraus auch die zunehmende Verbreitung als
Serversoftware resultiert. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis Linux die Windows NT bzw. 2000-Server an Marktanteilen überholt hat. Wir Zahnärzte stehen wiedermal ganz hinten in der Schlange, wenn es um wirkliche
Neuerungen und ein Umdenken geht.
Die Erlebnisse und Erfahrungen, die ich bei der Beschäftigung mit Linux hatte bzw. gemacht habe, waren so positiv, dass ich es hier einfach weitergeben
möchte. Verantwortlich hierfür ist das Open-Source-Konzept, das den Quellcode von Linux u.a. im Internet frei zugänglich macht. Hierdurch entsteht ein weltumspannendes Netzwerk für die Verbesserung dieses Betriebssystems.
Dieser Geist überträgt sich auf fast alle, die hiermit arbeiten und es ist immer wieder faszinierend wie schnell man Hilfe und Support bekommt. Die besten
Leute sind hier in Usergroups anzutreffen, d.h. aber auch ohne Internetanschluss sollte man sich dem Internetkind Linux nicht nähern.
Für den Einsatz in der Zahnarztpraxis ist Linux z. Zt. nur als Serversoftware zu empfehlen. Aber das hat es in sich und schlägt in jeder Beziehung alles was
sonst angeboten wird (Windows NT, Windows 2000, Novell etc.). Meines Wissens nach gibt es momentan nur wenige unter Linux laufende Zahnarztprogramme (Charly von www.solutio.de , Linudent von www.pharmatechnik.de und VISIdent von www.BDV.com ), über die ich jedoch kein
Urteil abgeben kann. In unserer Praxis arbeiten wir mit DS Win plus von Dampsoft und dem KFO-Programm Praxident KFO V4 von H&K. Am Ende dieser Einleitung möchte ich es nicht versäumen, Stephan Lauffer von
der Linux User Group Freiburg zu danken, der mit unendlicher Geduld meine vielen z.T. ziemlich dusseligen Fragen beantwortet hat und ohne den das alles nicht möglich gewesen wäre.
(nach oben)
2. Installation
Die Installation galt von Anfang an als die grösste Hürde bei Linux und viele, die sich für Linux interessieren schrecken davor zurück. Dies mag vor 3 Jahren noch
seine Richtigkeit gehabt haben. Der heutige Stand ist jedoch, dass alle gängigen Distributionen (wie SuSE, Red Hat etc.) sehr gute Installationsprogramme haben, die hervorragend arbeiten und auch für
Einsteiger leicht zu bedienen sind. Alle Ausführungen auf dieser Seite basieren auf der Distribution SuSE 7.3 professional mit den Installationsprogrammen Yast2.
2.1 Was ist Linux? Linux ist ein hochmodernes Multitasking-, Multiuser-, Multiprozessor-fähiges 32
-Bit-Betriebssystem auf Unix-Basis für Computer mit PC-Architektur. Multitasking: Fähigkeit des Betriebsystems mehrere Programme gleichzeitig auszuführen
Multiuser: Möglichkeit, dass mehrere Benutzer gleichzeitig mit dem System arbeiten Multiprozessor: Fähigkeit auf Rechnern mit unterschiedlichen Prozessoren zu arbeiten
Als Linux bezeichnet wird nur der Betriebssystemkern. Assoziiert mit dem Begriff Linux werden häufig die Distributionen, diese enthalten aber ausser dem Kernel
auch ein Installationsprogramm, mehrere Anwenderprogramme (z.B. Star-Office 5.2), Handbücher sowie mehrere CDs, auf denen die o.g. Software zusammengestellt ist.
2.2 Hardware-Anforderungen Auch hier ist der gesunde Menschenverstand gefragt. Auf der einen Seite stehen
die Minimalanforderungen von Linux (CPU 386SX, 8 MB RAM, CD-ROM) auf der anderen Seite die High-End-Maschinen der Windows-Welt, die spätestens wenn man den Laden verlassen hat nicht mehr ganz so high sind.
Sinnvoll für einen Linux-Samba-Server sind:
- Prozessor Intel Celeron oder besser AMD Duron - 256 MB RAM - Controller EIDE oder SCSI - CD-ROM Laufwerk - Graphikkarte minimal z.B. AGP 4 MB
- Harddisk 20 GB z.B. IBM, da sehr schnell und für Dauereinsatz - Netzwerkkarte Fast Ethernet (bitte keine Kompromisse!!) - Monitor, Tastatur, Maus u.U. über Umschalter von Client - Kosten März 2002: ca. 800 EUR
2.3 Installationsplanung Hier sind kurze grundlegende Überlegungen erforderlich. Man muss sich klar
werden, wofür man das System einsetzen möchte.
2.3.1 Linux PC Es wird ausschliesslich Linux als Betriebssystem installiert, im harten Praxiseinsatz die einzig wahre Lösung.
2.3.2 Linux-Windows-PC Es werden parallel die Betriebssysteme Windows und Linux installiert.
Ich denke zum Anfang und Ausprobieren wird man, aus der Windows-Welt kommend, immer die Variante 2.3.2 wählen. Der Vorteil besteht darin, dass man
unter Windows viele Informationen sammeln kann und auch entsprechende Software z.B. zum Partitionieren wie Partition Magic von Power Quest einsetzen kann.
2.4 Installation mit YAST2 Die Installation erfolgt in beiden o.g. Fällen von der ersten CD von SuSE 7.3.
Hierzu muss der Rechner im Setup so eingestellt werden, dass vom CD-ROM-Laufwerk aus gebootet werden kann. Dies ist auch im Quick Manual von SuSE genau beschrieben. Die Installation mit YAST2 ist problemlos und in dem
beiliegenden Manual dokumentiert.
Die Installation erfolgt in 8 Schritten.
- 1. Begrüssung, Hardwareanalyse, Sprach- und Tastaturauswahl, Uhrzeit
- 2. Wahl Update oder Neuinstallation; Auswahl und Vorbereitung der Festplatte; hierbei läuft alles automatisch, kann aber auch individuell eingestellt werden; bei
vorhandenem Windows werden diese Partitionen verkleinert und der freie Platz für Linux genutzt
- 3. Auswahl des Installationsumfangs (Empfehlung: Standard mit Office, zum
Ausprobieren von Star Office 5.2 unter Linux oder nur Standard),
Ein wichtiger Schritt: Erweiterte Auswahl anwählen und hier Netzwerk/Server anhaken, damit Samba (der unbedingt benötigte Linux-File-Server für Windows) mit installiert wird (kann auch nachgeholt werden)
- 4. Konfiguration des Systemstarts (wenn sich noch Windows auf der Platte befindet empfiehlt sich zunächst die Erstellung einer Bootdiskette, die
Einrichtung von LiLo im MBR als Bootmanager kann auch noch später erfolgen)
- 5. Einrichtung eines Benutzerkontos mit Benutzernamen und Passwort; Eingabe
des Passwort für den Systemadministrator (Name: root)
- 6. Die Installationseinstellungen werden zur Kontrolle angezeigt und können korrigiert werden; nun erfolgt die Installation nach weiteren Sicherheitsabfragen
- 7. Konfiguration des Monitors und der Graphikkarte
- 8. Konfiguration von weiterer Hardware möglich wie Drucker, Soundkarte,
Internetzugang, Netzwerk; dies kann jetzt gemacht werden oder später wenn das
System läuft; Empfehlung später, die Installation wird abgeschlossen und man kann sich mit Benutzernamen und Passwort einloggen
Die Kurzbeschreibung entspricht dem Quick-Manual ersetzt es aber in keinster Weise. Die Installation ist aber extrem einfach und durch YAST2 sehr gut zu handhaben,
so dass man in 20-30 Minuten ein laufendes System besitzt, das nur noch in Kleinigkeiten nachgebessert werden muss.
(nach oben)
3. Samba-Server
Das Linux-Dateisystem ist in der Lage Windows-Dateien zu lesen und zu schreiben. Dies nutzen wir aus wenn wir unsere Windows-Zahnarzt-Software in
ein Linux-Verzeichnis installieren. Ausführen kann der Linux-Samba-Server diese Dateien nicht, muss er aber auch nicht, denn er agiert nur als Server für
die Windows-Arbeitsplätze. Genau auf diese allseits unbestrittenen, excellenten Fähigkeiten von Linux als Netzwerkserver sind wir aus und nutzen sie für unsere Software mittels Samba.
3.1 Netzwerk einrichten Die Einrichtung erfolgt am besten mit YAST2. Die Netzkarte wird automatisch
erkannt und eingerichtet, insbesondere wenn es sich um gängige Typen handelt. Der Rechner muss einen Namen erhalten, in unserem Fall z.B. “server” und einer
Domain zugeordnet werden z.B. “praxis”. Danach wird das eigentliche Netz eingerichtet und der Rechner erhält seine IP (=Adresse im Netz). Eine IP-Adresse für lokale Netze liegt im folgenden Bereich:
192.168.0.0 bis 192.168.255.255: Wobei das dritte 3er-Zahlenbündel für das Netzwerk steht und das letzte Zahlenbündel für den jeweiligen Rechner in diesem Netz. Beispiel:
192.168.10.0 Adresse des Netzwerks; 0 ist hierfür reserviert 192.168.10.1
| | | | Adressen für 254 Rechner im Netz 192.168.10.254
192.168.10.255 reserviert für Broadcast- Adresse
Ausserdem wird eine Netzwerkmaske eingetragen in unserem Fall 255.255.255.0. Hierdurch wird entschieden in welchem Netzwerk eine Adresse zu finden ist.
Muss auch bei den Windows-Clients eingetragen werden. Nach dem Verlassen von YAST2 wird der Rechner entsprechend konfiguriert.
Weg mit YAST2: YAST2 > Netzwerk/Basis > Konfiguration der Netzwerkkarte > Bearbeiten (nach
Anklicken von eth0) > Konfiguration der statischen Adresse > IP-Adresse z.B. 192.168.10.1 > Subnetzmaske (immer 255.255.255.0) > Rechnername und
Nameserver > Hostname z.B. server > Domainname z.B. praxis > weiter > Beenden > "Soll die Konfiguration des Netzwerks gespeichert werden?" ja
3.2 Samba einrichten Bei der Installation von Linux wurde zwar Samba mit installiert das Starten von
Samba beim Hochfahren des Rechners muss aber noch aktiviert werden. Zur Aktivierung muss in der Konfigurationsdatei /etc/rc.config die Variable “START_SMB” auf “yes” gesetzt werden.
Weg mit YAST2: YAST2 > System > RC.Config-Editor > Start-Variables > Start-Network > start
-smb > im Auswahlfeld auf "yes" stellen > speichern > ok
3.3 Samba konfigurieren Nahezu alle Einstellungen für Samba werden in der Konfigurationsdatei smb
.conf vorgenommen. Es handelt sich wie bei Linux üblich um eine reine Textdatei. Es werden zeilenweise die einzelnen Parameter und Befehle eingegeben.
Zeilen, die nur als Kommentar und Erklärung dienen beginnen mit “;” oder “#”. Mit diesen Zeichen lässt sich auch ein Parameter abschalten ohne die Zeile gleich zu löschen (vielleicht braucht man sie ja nochmal).
Bei der SuSE-Distribution existiert bereits eine smb.conf, die aber für unsere Zwecke noch angepasst werden muss.Die smb.conf ist standardmässig in die
Bereiche mit den Namen [global], [homes],[printers] und [shares] unterteilt. Die Namen sind quasi selbst erklärend. Unter [global] werden die allgemeinen
Einstellungen vorgenommen, [homes] betrifft die Verzeichnisse der einzelnenn User im Netz und kann für unsere Zwecke gelöscht werden; [printers] hier
erfolgen die Einstellungen für Netzwerkdrucker, falls solche nicht vorhanden sind (meist so in der Zahnarztpraxis) auch entbehrlich. [shares], mit [global]
unabdingbar, bezeichnet die Freigabe auf dem Linux-Samba-Server, hier werden die spezifischen Einstellungen für die Freigabe vorgenommen. Die Datei smb.conf findet sich im Verzeichnis /etc/samba und kann mit einem
normalen Editor bearbeitet werden. Eine bequeme Sache ist die Konfiguration und Verwaltung mit dem browserbasierten Tool SWAT. SWAT wird mit dem Samba -Pakett mit installiert muss jedoch noch aktiviert werden, natürlich mit
YAST2:
YAST2 > Network/Basis/Start oder Stopp von Systemdiensten > Ein, mit benutzerdefinierter Konfiguration > weiter > im Auswahlfenster in der Rubrik
"Dienst" die Zeile "swat" suchen und anklicken > Aktivieren/Nicht aktivieren > Beenden
Jetzt steht das Verwaltungstool im Browser zur Verfügung, wenn man als URL http://server:901 eingibt, Bei der Zugangsabfrage muss man "root" und dessen
Passwort eingeben. Es erscheint die Startseite von SWAT mit den Icons für die entsprechenden Abschnitte bzw. Funktionen. Auf der Startseite finden sich viele
Links zu Samba und SWAT, alles in Englisch aber wunderbar nützlich. Ebenso finden sich in den einzelnen Abschnitten diverse Online-Hilfen zu den einzelnen
Funktionen. Der gag an diesem Tool ist seine Verfügbarkeit auch an den Win-Clients über den Browser. Die Eingabe der URL ist die gleiche, ebenso Account und Passwort. Der besondere Vorteil ist hierbei die Administration des
Samba-Server vom Client aus, so dass man den Server problemlos im Keller oder auch an anderen ziemlich unzugänglichen Orten platzieren kann.
Einen sehr wichtigen Schritt müssen wir noch vor der Samba-Konfiguration erledigen: das Anlegen des Verzeichnisses, in das die ZA-Software installiert
und dann mit Samba freigegeben wird. Das Verzeichnis wird im Wurzelverzeichnis angelegt und heisst bei mir "daten" (unbedingt auf Gross- und
Kleinschreibung achten, Linux versteht als Unixsystem da keinen Spass). Diesen Ordner kann man nur als root anlegen. Das Verzeichnis muss danach noch für
alle Benutzer freigegeben werden. (rechte Maustaste > Berechtigungen > für Benutzer, Gruppe, Sonstige anzeigen, schreiben, öffnen ankreuzen >
"Änderungen auf alle Unterverzeichnisse und ihre Inhalte übertragen" ankreuzen > ok)
Hier ein Beispiel-smb.conf mit den Merkmalen:
1. die Freigabe (=share) auf dem Server heisst “praxis” und bezieht sich auf das Verzeichnis /daten s.o. 2. ein User benötigt kein Passwort für den Zugriff
Listing Beispiel-smb.conf:
# Samba config file created using SWAT # from server.praxis (192.168.10.1) # Date: 2002/02/22 17:49:52 # Global parameters
[global]
workgroup = PRAXIS netbios name = SERVER server string = Samba Server %v guest account = nobody security = SHARE keepalive = 30 os level = 2 kernel oplocks = No
[praxis]
comment = Freigabe der ZA-Software path = /daten read only = No create mask = 0777 browseable = yes guest ok = Yes
Die Parameter sind zunächst verwirrend und unverständlich. Sie können aber zunächst einfach übernommen werden. Die Namen der Verzeichnisse und
Freigaben kann man individuell wählen. Am einfachsten geht es wie gesagt mit SWAT.
(nach oben)
4. Windows-Client
Die Einrichtung der Windows-Clients erfolgt in Systemsteuerung>Netzwerk.
4.1 Einrichtung des Clients Vorausgesetzt wird die Installation einer Netzwerkkarte
Zunächst muss das TCP/IP-Protokoll installiert werden, falls noch nicht vorhanden. Hinzufügen>Protokoll>Hersteller: Microsoft>TCP/IP>OK
Nach der Installation von TCP/IP diese Zeile markieren und auf Eigenschaften klicken. Hier auf Registerkarte IP-Adresse> IP-Adresse festlegen. Bei IP-Adresse 192.168.10.2 für 1.Client eingeben (192.168.10.3 usw. bei den
weiteren Clients eingeben) siehe auch Abschnitt 3.1. Submit Maske 255.255.255.0 danach OK Inder Registerkarte Identifikation geben Sie den Rechnernamen z.B. “reception”,
“zimmer1” o.ä. an. Als Arbeitsgruppe muss man “praxis” wählen. Anschliessend empfiehlt es sich noch das Feld Datei- und Druckerfreigabe anzuklicken und diese zu ermöglichen, hierdurch erscheint der Rechner in der
Netzwerkumgebung. Ein Zugriff ist jedoch nicht möglich, da keine Freigaben auf dem Client erfolgen.
Es sollten nun eingerichtet sein Netzwerkkarte, Protokoll, IP-Adresse und Subnet-Mask, Datei- und Druckerfreigabe, Netzwerk-Client, der Rechnername und die
Arbeitsgruppe.
4.2 Verbindung aufnehmen Jetzt ist der Moment gekommen um Verbindung zum Samba-Server
aufzunehmen. Hierzu den Server neu starten und danach die Win-Clients hochfahren. Auf dem Win-Client öffnet man nach einiger Wartezeit die Netzwerkumgebung. Die Wartezeit ist erforderlich, da dieses Feature sehr träge
ist. In der Netzwerkumgebung erscheint der Samba-Server. Das Icon anklicken und es erscheint die Freigabe “praxis” als Ordner Zasw. Ordner mir rechter Maustaste anklicken, Netzlaufwerk verbinden, Laufwerksbuchstabe wird
vorgeschlagen, Pfad ist angegeben, Verbindung beim Start anhaken und OK. Es erscheint Inhalt des Shares auf dem Samba-Server. Ebenso findet man den Share im Arbeitsplatz als entsprechende Festplatte gemountet. Diese
Verbindung wird bei jedem Star wiederhergestellt. Das Netzlaufwerk kann wie eine lokale Festplatte gehandhabt werden, was wir beim nächsten Schritt Installation der Praxissoftware auch tun.
(nach oben)
5. Installation der Zahnarztsoftware
Da es sich bei unserer Software fast ausschliesslich um Windows-Software handelt, muss diese von einem Windows-Client aus auf das verbundene
Netzlaufwerk installiert werden. Dies stellt aber kein Problem dar, da das verbundene Netzlaufwerk bei der Installation erkannt wird und man dieses
auswählen kann wie eine lokale Festplatte. Die Installation als solche läuft dann glatt durch. Fehler, die dabei auftreten liegen immer bei der Windows-Software
und nie bei Samba oder Linux. Ich selbst hatte noch nie Probleme mit dem Fileserver bei der Installation sondern immer nur mit dem unsäglichen Windowskram.
Nach dieser Installation der Software auf dem Server muss meist noch der Client entsprechend eingerichtet werden. Dies ist abhängig von der Zahnarztsoftware.
Es kann sein, dass man das Setup auf dem Server starten muss (z.B. DSWin); es mag auch sein, dass nochmals die Installations-CD gebraucht wird um den
Client einzurichten. Diese Einrichtung muss natürlich an jedem Client einzeln erfolgen. Danach kann die Software ganz normal auf dem Client gestartet werden.
Falls es Probleme gibt müssen 2 Dinge geprüft werden:
- Ist die Verbindung zum Samba-Server in Ordnung (Hardware und Software)? z.B. mit dem Tool ping
- Haben auf den Share (=Ordner auf dem Samba-Server) alle Benutzer Schreib- und Leserechte? Falls nicht muss dies unbedingt eingerichtet werden:
(rechte Maustaste > Berechtigungen > für Benutzer, Gruppe, Sonstige anzeigen, schreiben, öffnen ankreuzen > "Änderungen auf alle Unterverzeichnisse und ihre Inhalte übertragen" ankreuzen > ok)
(nach oben)
6. Ausbau und Optimierung
Kein System ist nicht noch zu verbessern. Hierbei geht jedoch Stabilität vor Performance. Man kann ja viel tunen, aber wenn der Server immer abschmiert,
wird es extrem lästig im Alltag und hebt nicht die Stimmung in der Praxis. Am sichersten ist es hier an der Hardware zu arbeiten. Ausser viel RAM gibt es
nur Eins, was besser ist, noch mehr RAM. Ausserdem kann man auf eine SCSI-Platte gehen, die einen grösseren Datendurchsatz hat. Den normalen Hub kann man durch einen intelligenten Hub ersetzen, einen sog. Switch, der die
Netzadressen erkennt und die Daten gezielt weiterleitet und nicht an alle Rechner streut. Diese Teile sind heute gar nicht mehr so teuer und man sollte sich überlegen ob man die 100-150 EUR mehr nicht gleich investiert.
Samba selbst ist kaum noch entscheidend zu beschleunigen, denn es gilt das Prinzip Stabilität vor Speed.
6.1 Datensicherung und RAID-System Wir nehmen die Datensicherung über ein ZIP-Laufwerk am Win-Client vor. Dies
läuft schnell, sicher und kostengünstig. Eine Programmsicherung erstellen wir nicht, da wir unsere Daten auf der ZIP-Diskette haben und das Programm auf der aktuellen CD des Softwarehauses.
Bei einem Super-GAU ist so schnell das System wieder aufgebaut. Unser Praxis-Server besitzt ein IDE-RAID-Controller-Karte der Firma 3ware, der
uns die Platte auf eine zweite, identische spiegelt. Es geht sogar soweit, dass beim Ausfall einer Platte die zweite automatisch einspringt. Man kann sogar die
ausgefallene Platte im laufenden Betrieb erneuern und diese wird automatisch wieder aufgebaut. Eine feine sache und auch gar nicht so teuer (2.Platte und
Controller ca. 250 EUR). Aber so ganz sicher sind RAID-Systeme auch nicht, deshalb Daten sichern, Daten sichern, Daten sichern ..... . Noch ein Hardeware-Hinweis: Onboard-IDE-RAID-Controller werden nach
meinem Wissen momentan noch nicht von SuSE unterstützt, bei SCSI-Controllern gibt es kaum Einschränkungen, diese sind aber auch deutlich teurer, genauso wie die passenden Platten.
6.2 USV Eine unabhängige Stromversorgung ist immer eine feine Sache. Man kann
damit bei Stromausfall den Server ordentlich herunterfahren bzw. er macht dies selbst bei einer intelligenten USV. Lebenswichtig ist dies für unseren Einsatz jedoch nicht.
Ein angenehmer Nebeneffekt ist der Schutz vor Überspannungen. Hierdurch ist die Hardware sehr gut abgesichert und das ist meiner Ansicht nach dringend erforderlich. Auch hier weis ich wovon ich rede (2 Motherboards in einem
Sommer durch Gewitter).
6.3 Router fürs Internet Ausgerüstet mit einer passenden ISDN-Karte oder einer zweiten Netzwerkkarte
für DSL, kann der Server auch sehr gut als Internet-Router die Praxis arbeiten. SuSE stellt auch eine einfache aber sehr gute Personal-Firewall zur Verfügung.
Kurzanleitung:
1. Installation der ISDN-Karte über YAST2 YAST2 > Network/Basis > Konfiguration von ISDN > (Karte wir normalerweise erkannt)
Gerätename ippp0 auswählen > Bearbeiten > ISDN SyncPPP wählen > Felder entsprechend Provider und Account ausfüllen > weiter > Wählmodus "automatisch"
(eigene Telefonnummer "0" eintragen) > IP-Einstellunge > Dynamische DNS-Vergabe, Häkchen entfernen > weiter > Beenden 2. Installation des Routers bzw. der Firewall a) IP-Forwarding einschalten
YAST2 > System > RC.config-Editor > Network > Base > Ip > IP_FORWARDING auf "yes" stellen > speichern > OK b) Masquarading einstellen
YAST2 > Sicherheit und Benutzer > Konfiguration der Firewall > SuSE-Personal-Firewall > im Feld REJECT_ALL_INCOMING_CONNECTIONS " ippp0 masq" eintragen > speichgern > OK
c) DNS einrichten YAST2 > Network/Basis > Hostname&DNS > Hostname z.B. server > Domainname z.B. praxis > Liste der Nameserver z.B. 194.25.2.129 für t-online > Beenden > ja
3. Einrichtung de Win-Clients a) TCP/IP einstellen Netzwerkumgebung > Eigenschaften > TCP/IP Eigenschaften > Gateway IP des Servers eingeben > DNS > Rechnername und Domain eingeben > IP des Servers
als DNS hinzufügen b) Browser einstellen Verbindungsoptionen auf LAN einstellen
6.4 Logon-Server Nicht verschwiegen werden soll das es wahren Linux-Leuten die Zehnägel nach
oben klappt, wenn wie in unserem Beispiel der Zugang zum Server auf Freigabeebene erfolgt und nicht auf User-Ebene. Es ist mir völlig bewusst, dass
dies ein Sicherheitsproblem darstellt, in der Zahnarztpraxis denke ich ist es jedoch zu vertreten. Wer sich etwas in Samba eingearbeitet hat kann ja auf User-Ebene umstellen.
In diesem Zusammenhang sei auf die Möglichkeit des Logon-Servers hingewiesen, die bedeutet, dass jeder User, der sich am Server anmeldet auf seinem Arbeitsplatz eine entsprechende Einrichtung erhält, insbesondere auf
welche Laufwerke er zugreifen kann. Eine sehr gute Anleitung dazu gibt es unter www.ghostadmin.de.cx
(nach oben)
7. Links und Literatur
Folgende Internet-Links sind sehr hilfreich bei der Beschäftigung mit Samba
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